Geschichte   |   950 Jahre - Überblick von 1054 bis 2004



Ortsadel "von Marcholdesheim" als Namensgeber

 

Erstmals erwähnt wird Markelsheim in einer Urkunde des Kaisers Heinrich III. 1054, der das Reichslehen dem Grafen Emehard von Rothenburg-Comburg überträgt.

Bereits 1096 wird der Weinbau auf Markelsheimer Markung beurkundet. Er war spätestens seit dieser Zeit von großer Bedeutung für die Bevölkerung und prägte das Landschaftsbild im mittleren Taubertal.

Von 1096 bis 1398 lässt sich eine örtliche Niederadelsfamilie (der sogenannte "Ortsadel") derer "von Marcholdesheim" belegen.

Markelsheim gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum geistlichen Sprengel des Würzburger Fürstbischofes, im besonderen zum Stift Neumünster, das bereits 1130 in einer frommen Stiftung zu Markelsheimer Gütern kam.

Der erste Hinweis einer katholischen Ortskirche findet sich 1267, wobei Otto von Lodeburg, Kustos und Archidiakon von Würzburg, dem Kämmerer in Markelsheim den Auftrag erteilt, die vom Stift Neumünster abgeordneten Kanoniker in den Besitz der vom Bischof Iring von Würzburg diesem Stift einverleibten Kirche in Igersheim einzuführen. 1303 wurden die Markelsheimer "Leute des heiligen Kilian" genannt. Bis heute wurden alle Pfarrkirchen Kilian geweiht.


1431 zum Deutschen Orden

Über die Linie Rothenburg-Comburg kam Markelsheim zum Fürstenbistum Würzburg, Die "Herren von Markelsheim" wurden von Würzburg und vom Hohenloher von Brauneck als unmittelbare Landesherrn belehnt. Mit dem Aussterben der Linie Hohenlohe-Brauneck vom "Neuhaus" kam Markelsheim über Verpfändungen der Grafen von Schwarzburg schließlich mit dem gesamten Amt Neuhaus 1431 zum Deutschen Orden, der in Mergentheim saß.

Mit dem 14. Jahrhundert begann auch die Bedeutung Markelsheims als Zentgerichtsort für das Amt Neuhaus und Umgebung. 1365 gibt Bischof Albrecht von Würzburg mit deinem Neffen Gottfried von Hohenlohe volle Gewalt in Betreff des Halsgerichts und der Cent in Markelsheim, Mergentheim und Igersheim. 1409 gestattet Günther von Schwarzburg den Deutschherren, in Markelsheim "Rad und Galgen zu errichten".

Pest und Hexenverfolgung

Während des 30jährigen Krieges litt der Ort ganz besonders - nicht nur durch die Durchzüge kaiserlicher und schwedischer Truppen, sondern auch durch das Pestjahr 1626 mit 650 Toten. Es reduzierte die Bevölkerung auf ein Drittel. Zwischen 1628 und 1631 fielen dann nochmals mehr als 80 Personen dem Hexenunwesen zum Opfer.







  
 

1809 zu Württemberg - nicht kampflos

Von 1303 bis 1803 hielt das Stift Neumünster einen begüterten Fronhof mit Amts- und Kalterhaus, während der Deutschorden bis 1809 seinen Sitz auf dem Engelsberg mit Zehntkeller und Bandhaus hatte. Mit den politischen Veränderungen dieser Jahre wurde nach Aufhebung des Deutschen Ordens das Fürstentum Mergentheim mit Markelsheim 1809 dem Königreich Württemberg zugeschlagen und gehörte fortan zum Oberamt Mergentheim.

Der Übergang an Württemberg verlief nicht kampflos. Wegen Widerstands gegen die neuen Herren wurden einige Markelsheimer hingerichtet. Diese Wunden verheilten nur langsam.

Der an Landwirtschaft und Weinbau ausgerichtete Flecken hatte in rund 500 ha Gemeindewald bei über 1500 ha Markungsfläche lange Zeit eine gute wirtschaftliche Grundlage.

In den beiden Kriegen des letzten Jahrhunderts, in denen Markelsheim viele Opfer zu beklagen hatte, ging es in den 1950er-Jahren durch verstärkte Bautätigkeit wirtschaftlich aufwärts.

1952/53 wurde eine neue Tauberbrücke gebaut. 1957 folgte die Turnhalle, 1958 ein neues Schulhaus auf dem Engelsberg, 1959 eine neue Pfarrkirche für 600 Pesonen, 1962 die erste Kläranlage. Rebflurbereinigungen wurden am Tauberberg (1956 bis 1958), Klinge (1968) und Roggenberg (1977) durchgeführt.

 

Seit 1972 Stadtteil Bad Mergentheims

Um den alten Ortskern herum wurden in den letzten Jahrzehnten große Wohnbaugebiete erschlossen, die bevorzugte Wohnlagen schufen. Die 1988 abgeschlossene Ortssanierung war sehr wertvoll für die Weiterentwicklung zu einem attraktiven Wein- und Erholungsort, der 1988 staatlich prädikatisiert wurde.

Durch die Schulreform von 1970 blieb dem Ort nur noch eine Grundschule. Mit der Eingemeindung nach Bad Mergentheim 1972 nahm Markelsheim Abschied von der Eigenständigkeit und ziert heute als größter Stadtteil die Deutschordensstadt Bad Mergentheim als Fremdenverkehrsort mit ausgezeichneter Gastronomie.

  
 

Tourismusverein Markelsheim
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