Geschichte   |   Die Markelsheimer Mühlen



 Führung durch die Mühle Kuhn
Führung durch die Mühle Kuhn.

Es klapperte die Mühle . . .

. . . in früheren Jahrhunderten am Tauberufer. Schon seit Jahrtausenden macht sich der Mensch die Kraft des Wassers zunutze. Bereits um 1000 vor Christus wurden Wasserräder im Orient für meist mechanische Arbeiten genutzt. In Mitteleuropa werden sie seit etwa 1500 Jahren eingesetzt.

Viele Jahrhunderte lang wurde die Wasserkraft nur als mechanische Energie genutzt, um Mühlen, Sägewerke, Hammerwerke und ähnliche Anlagen anzutreiben. Auch an der Tauber war in praktisch jedem Dorf mindestens eine Mühle zu finden, in der das heimische Korn zu Mehl gemahlen wurde.

Heute wird die Kraft des Wassers hauptsächlich zur Stromerzeugung verwendet. Die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips durch Werner von Siemens 1866 machte die Erzeugung elektrischer Energie und dadurch den verlustarmen Energietransport zu weiter entfernten Maschinen möglich. Auch die Beleuchtung der Städte, Fabriken und Haushalte wurde wesentlich verbessert. Die ersten Elektrizitätswerke entstanden häufig in Wassermühlen, deren Betreiber hier ein neues Geschäftsfeld erkannten.

Historisch entstanden im mittleren Taubertal an zahlreichen Mühlen durch den Einbau von Turbinen Wasserkraftwerke. Diese klappern zwar nicht mehr, es sei denn, der Generator ist schadhaft, nutzen aber die Energie der Tauber nach wie vor sehr umweltfreundlich und emissionsfrei. Viele davon wurden durchgehend über viele hundert Jahre betrieben und tragen noch heute nicht unwesentlich zur Energieversorgung der Region bei.

Alleine im mittleren Taubertal zwischen Weikersheim und Tauberbischofsheim befinden sich heute noch 11 Wasserkraftwerke in Betrieb.

 


 Das neue Kundencenter der
Das neue Kundencenter der "TauberEnergie Kuhn".

Seit 1904 Elektrizitätswerk

Am Beispiel der Mühle Kuhn in Markelsheim zeigt sich, dass auch heute noch, zumindest im ländlichen Raum, ein nennenswerter Anteil am Energiebedarf der Bevölkerung durch kleine, historisch bereits vorhandene Anlagen, die ohne weitere Einschnitte in die Gewässerökologie betrieben werden, gedeckt werden kann.

Diese Mühle, seit 1852 in Familienbesitz, betreibt seit 1904 ein Elektrizitätswerk und das Ortsnetz des Weinortes. Früher wurde hier ergänzend zur Wasserkraft ein dampfgetriebenes Lokomobil zur Stromerzeugung genutzt, das später durch einen Dieselgenerator ersetzt wurde.

Erst im Jahre 1942 wurde eine Versorgungsleitung über den Roggenberg gebaut, um dem steigenden Energiebedarf Rechnung zu tragen und auch in Zeiten geringer Wasserführung der Tauber die Versorgung Markelsheims mit Strom sicherzustellen.

1992 wurde die Leitung mit dem Stadtwerk Tauberfranken verbunden. Noch heute sind Generatoren mit einer Gesamtleistung von 65 kW in Betrieb und erzeugen so im Jahresmittel 10-20 % des Gesamtbedarfs von Markelsheim an elektrischer Energie.

 


 In der Bachmühle Hartmann
In der Bachmühle Hartmann.

Die Bachmühle Hartmann

Am anderen Ortsende von Markelsheim steht die Bachmühle Hartmann, die das erste Mal urkundlich im Jahre 1462 erwähnt wurde. Das Mühlengebäude wurde etwa 1870 erbaut. 1919 hat Karl Hartmann, der Großvater des heutigen Besitzers, die Mahl- und Gipsmühle erworben. 1959 wurde die Mühle von Ludwig Hartmann umgebaut. 1993 übernahm Klaus Hartmann, der heutige Inhaber, mit seiner Familie die Bachmühle.

Die Mühle hat eine Tagesleistung von 5 Tonnen Getreide. Angetrieben wird die Mühle mit elektrischer Energie. Der Energiebedarf liegt bei über 20 kW/h. In der Mühle wird Weizen, Roggen und Dinkel vermahlen.
Das Getreide hierfür kommt von Landwirten aus dem Lieblichen Taubertal und Umgebung.

 

 


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